Wenn der Storch in die Johannisbachaue zurückkehrt
Kennt ihr den Moment, in dem der graue Bielefelder Winterhimmel plötzlich aufbricht und man förmlich riecht, dass sich etwas verändert? Es ist noch kalt, der Wind pfeift uns um die Ohren (typisch OWL eben), aber das Licht ist anders. Für viele ist der definitive Startschuss in den Frühling nicht der Kalender und auch nicht das erste Schneeglöckchen im Bürgerpark. Es ist ein ganz bestimmtes Geräusch und eine ganz bestimmte Silhouette am Himmel über der Johannisbachaue.
Ja, es geht dabei vom Weißstorch (lateinisch: Ciconia ciconia). Jedes Jahr spielt sich bei uns vor der Haustür ein kleines Naturwunder ab, das viele immer wieder fasziniert. Gerade in der Nähe des Reiterhofs an der Johannisbachaue, wo Landwirtschaft und Naturschutzgebiet fast nahtlos ineinander übergehen, kann man dieses Spektakel beobachten. Schnürt die Wanderschuhe (oder besser: zieht die Gummistiefel an, es ist schließlich matschig!), wir gehen auf Storchenschau!

Wann geht’s eigentlich los? Der Fahrplan der Störche
Viele von euch fragen sich, wann es sich lohnt, zur Aue zu fahren? Die Antwort ist: Es kommt darauf an, wo unsere gefiederten Freunde ihren Winter verbracht haben.
Früher galt die Bauernregel, dass der Storch erst weit nach Karneval eintrudelt. Das hat sich in den letzten Jahren aber gewandelt. Dank des Klimawandels und veränderter Zugrouten kommen die ersten „Späher“ oft schon Ende Februar oder Anfang März zurück nach Ostwestfalen.
Der Hotspot: Zwischen Reiterhof und Auenlandschaft
Wer den Storch zu sehen bekommen möchte, braucht entweder sehr gute Augen oder eine Kamera. Aber schauen wir uns die Location mal genauer an. Warum gerade dort?
Das Storchennest befindet sich in unmittelbarer Nähe zum dortigen Reiterhof und den landwirtschaftlichen Flächen. Das ist kein Zufall. Störche sind Kulturfolger, aber sie brauchen eine ganz bestimmte Art von Landschaft. Die Johannisbachaue ist hierfür ein Paradies und ein Paradebeispiel für gelungene Renaturierung in Bielefeld.
Westlicher vs. Ostzieher: Wer ist schneller?
Es gibt unter den Störchen zwei Fraktionen. Die sogenannten Westzieher sind die Pragmatiker. Sie fliegen im Winter oft nicht mehr bis nach Afrika südlich der Sahara, sondern machen es sich in Spanien oder Nordafrika gemütlich. Der Weg zurück nach Bielefeld ist für sie vergleichsweise kurz. Wenn ihr also schon im Februar einen Storch auf den Wiesen beim Reiterhof stehen seht, ist das wahrscheinlich einer dieser „Kurzstreckenpendler“.
Die Ostzieher hingegen nehmen die klassische Route über den Bosporus bis nach Südafrika. Das sind tausende Kilometer. Diese Langstreckenflieger kommen meist erst im April an, wenn die Nester der „Spanien-Urlauber“ oft schon besetzt sind. Es ist also ein echtes Wettrennen um die besten Immobilien in der Johannisbachaue!
Klappern gehört zum Handwerk, aber auch zur Liebe
Das schönste Zeichen, dass der Frühling in Bielefeld angekommen ist, ist das weithin hörbare Klappern. Wenn man unten am Weg entlang spaziert und es von oben vom Horst herab hallt, weiß man: Das Nest ist belegt.
Aber warum machen die das eigentlich? Störche sind nicht gerade für ihren schönen Gesang bekannt. Tatsächlich haben sie eine fast zurückgebildete Stimmkopfmuskulatur. Sie können kaum mehr als zischen. Um sich trotzdem mitzuteilen, nutzen sie ihren Schnabel als Instrument.
Das Klappern ist dabei ein echtes Multitool der Kommunikation:
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Begrüßung: Wenn der Partner zum Nest zurückkehrt, wird ausgiebig geklappert. Es ist quasi das „Schatz, ich bin zuhause!“ der Vogelwelt.
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Balz: Gemeinsames Klappern stärkt die Bindung. Dabei legen sie den Kopf weit in den Nacken: eine Pose, die unglaublich elegant aussieht.
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Verteidigung: Wenn ein fremder Storch dem Nest zu nahe kommt, wird das Klappern aggressiver und rhythmischer, um den Eindringling abzuschrecken.
Hoffen wir also, dass auch dieses Jahr das Klappern wieder über die Wiesen hallt und die Nester nicht leer bleiben. Die Chancen stehen gut, denn die Population in NRW hat sich in den letzten Jahren dank vieler Schutzmaßnahmen toll erholt.
Das schönste Zeichen, dass der Frühling in Bielefeld angekommen ist, ist das weithin hörbare Klappern. Wenn man unten am Weg entlang spaziert und es von oben vom Horst herab hallt, weiß man: Das Nest ist belegt.
Aber warum machen die das eigentlich? Störche sind nicht gerade für ihren schönen Gesang bekannt. Tatsächlich haben sie eine fast zurückgebildete Stimmkopfmuskulatur. Sie können kaum mehr als zischen. Um sich trotzdem mitzuteilen, nutzen sie ihren Schnabel als Instrument.
Das Klappern ist dabei ein echtes Multitool der Kommunikation:
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Begrüßung: Wenn der Partner zum Nest zurückkehrt, wird ausgiebig geklappert. Es ist quasi das „Schatz, ich bin zuhause!“ der Vogelwelt.
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Balz: Gemeinsames Klappern stärkt die Bindung. Dabei legen sie den Kopf weit in den Nacken; eine Pose, die unglaublich elegant aussieht.
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Verteidigung: Wenn ein fremder Storch dem Nest zu nahe kommt, wird das Klappern aggressiver und rhythmischer, um den Eindringling abzuschrecken.
Hoffen wir also, dass auch dieses Jahr das Klappern wieder über die Wiesen hallt und die Nester nicht leer bleiben. Die Chancen stehen gut, denn die Population in NRW hat sich in den letzten Jahren dank vieler Schutzmaßnahmen toll erholt.
Beobachtungstipps: Bitte mit Respekt!
Viele von euch sind begeisterte Hobby-Fotografen. Aber Achtung: Tierschutz geht vor Foto.
Das Nest befindet sich zwar gut sichtbar in der Nähe des Hofes, aber das bedeutet nicht, dass man beliebig nah herangehen sollte. Störche können sehr empfindlich auf Störungen reagieren, besonders wenn sie gerade brüten oder die Küken noch sehr klein sind.
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Abstand halten: Bleibt auf den befestigten Wegen. Die Johannisbachaue ist ein sensibles Ökosystem. Wer querfeldein läuft, stört nicht nur die Störche, sondern auch Bodenbrüter wie den Kiebitz.
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Die richtige Ausrüstung: Wie eingangs erwähnt: Wer Details sehen will, braucht Technik. Ein Fernglas ist Pflicht. Für Fotografen sind mindestens ein 300mm-Teleobjektiv empfohlen, besser mehr. Mit dem Smartphone werdet ihr nur einen weißen Punkt auf einem Pfahl fotografieren können.
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Geduld mitbringen: Manchmal steht der Storch stundenlang nur auf einem Bein im Nest und rührt sich nicht. Das gehört dazu. Genießt einfach die Ruhe und die Landschaft.
Viele von euch sind begeisterte Hobby-Fotografen. Aber hier muss ich kurz ernst werden: Tierschutz geht vor Foto.
Das Nest befindet sich zwar gut sichtbar in der Nähe des Hofes, aber das bedeutet nicht, dass man beliebig nah herangehen sollte. Störche können sehr empfindlich auf Störungen reagieren, besonders wenn sie gerade brüten oder die Küken noch sehr klein sind.
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Abstand halten: Bleibt auf den befestigten Wegen. Die Johannisbachaue ist ein sensibles Ökosystem. Wer querfeldein läuft, stört nicht nur die Störche, sondern auch Bodenbrüter wie den Kiebitz.
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Die richtige Ausrüstung: Wie eingangs erwähnt: Wer Details sehen will, braucht Technik. Ein Fernglas ist Pflicht. Für Fotografen wird mindestens ein 300mm-Teleobjektiv empfohlen, besser mehr. Mit dem Smartphone werdet ihr nur einen weißen Punkt auf einem Pfahl fotografieren können.
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Geduld mitbringen: Manchmal steht der Storch stundenlang nur auf einem Bein im Nest und rührt sich nicht. Das gehört dazu. Genießt einfach die Ruhe und die Landschaft.
Nachwuchs im Anmarsch: Der Sommer wird spannend
Wenn im März und April alles gut geht (und das Wetter mitspielt – nasskaltes Wetter im Mai ist der größte Feind der Jungstörche), schlüpfen nach etwa 32 Tagen Brutzeit die Kleinen.
Am Anfang sieht man von unten gar nichts. Die Küken sind winzig. Aber ab Ende Mai oder Juni wird es spannend. Dann ragen die ersten kleinen Köpfchen über den Nestrand. Das ist für viele die schönste Zeit für einen Spaziergang in der Aue. Die Eltern sind dann im Dauerstress und schleppen Futter heran. Man sieht sie ständig an- und abfliegen.
Einen besonderen Moment solltet ihr euch im Kalender markieren: Wenn sie anfangen, flügge zu werden. Das ist meistens im Juli der Fall. Die Jungstörche stehen dann im Nest und schlagen wild mit den Flügeln, springen hoch, lassen sich vom Wind etwas anheben und plumpsen wieder zurück. Es sieht unfassbar komisch und tollpatschig aus: Trockenübungen für den großen Abflug.
Irgendwann im August sammeln sich dann die Jungstörche zuerst, um die Reise in den Süden anzutreten. Die Eltern folgen etwas später. Dann wird es wieder ruhig in der Johannisbachaue.
Viele von euch sind begeisterte Hobby-Fotografen. Aber hier muss ich kurz ernst werden: Tierschutz geht vor Foto.
Das Nest befindet sich zwar gut sichtbar in der Nähe des Hofes, aber das bedeutet nicht, dass man beliebig nah herangehen sollte. Störche können sehr empfindlich auf Störungen reagieren, besonders wenn sie gerade brüten oder die Küken noch sehr klein sind.
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Abstand halten: Bleibt auf den befestigten Wegen. Die Johannisbachaue ist ein sensibles Ökosystem. Wer querfeldein läuft, stört nicht nur die Störche, sondern auch Bodenbrüter wie den Kiebitz.
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Die richtige Ausrüstung: Wie eingangs erwähnt: Wer Details sehen will, braucht Technik. Ein Fernglas ist Pflicht. Für Fotografen wird mindestens ein 300mm-Teleobjektiv empfohlen, besser mehr. Mit dem Smartphone werdet ihr nur einen weißen Punkt auf einem Pfahl fotografieren können.
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Geduld mitbringen: Manchmal steht der Storch stundenlang nur auf einem Bein im Nest und rührt sich nicht. Das gehört dazu. Genießt einfach die Ruhe und die Landschaft.

